veröffentlicht am 01.März.2007 21:09


Der Lehrerjob – Ein Halbtagsjob oder ein Horrorjob?
Ausgewählte Ergebnisse von Studien zur Lehrerbelastung
Dr. Tagrid Yousef (Albrecht-Dürer Berufskolleg, Düsseldorf und Gertrud-Bäumer-
Berufskolleg, Duisburg) und Johannes Jacobs (Bezirksregierung Düsseldorf)
„Lehrer werden ist nicht schwer –Lehrer sein dagegen sehr.“
Über diesen Satz mag der eine oder andere vielleicht schmunzeln, aber Betroffene wissen
schon lange: Da ist was wahres dran!
In den letzten Jahren haben sich immer mehr Studien mit der Thematik auseinandergesetzt,
inwieweit spezifische Aufgabenstellungen eines Berufs zur Ausbildung von Krankheiten
beitragen. Im folgenden wird nicht die Rede sein von Krankheiten, die z.B. durch Kontakt mit
Giftstoffen oder Strahlung usw. entstehen, vielmehr soll hier gezeigt werden, dass in den
letzten Jahren immer häufiger festgestellt wurde, dass die Gruppe der Lehrer vermehrt krank
werden. Die Krankheit, bekannt unter dem Fachbegriff „burn-out“, wurde bereits 1974 von
Freudenberger (1), einem amerikanischen Psychoanalytiker beschrieben. Es bedeutet soviel
wie ausgebrannt sein, kaputt gehen, den Treibstoff verbraucht haben. Er beobachtete dieses
Phänomen vor allem bei ehrenamtlichen MitarbeiterInnen in sozialen Einrichtungen: „Aus
glühenden Idealisten wurden deprimierte, erschöpfte, misstrauische und leicht reizbare
Zyniker.“ Diese Menschen bezeichnet Freudenberger als „Ausbrenner“. So wie
Freudenberger haben sich viele andere Institutionen und Arbeitsgruppen mit dem Phänomen
des „burn-out“ beschäftigt. Aus der Vielzahl der Untersuchungen und Artikel zum Thema
Lehrerbelastung und Lehrergesundheit sind nachfolgend einige grundlegende exemplarisch
ausgewählt und kurz beschrieben.
Zu eine der wichtigsten Studien der letzen Jahre zählt die Schaarschmidt Studie(2) . Die
unter Schaarschmidts Leitung an der Universität Potsdam durchgeführte Untersuchung
wurde im Auftrag des Deutschen Beamtenbundes (dbb) erstellt und beleuchtet psychische
und körperliche Beschwerden, die sich aus der Belastung durch den Lehrerberuf ergeben.
Im Zentrum der Studie stand die Erfassung von Merkmalen des Arbeitsengagements, der
Widerstandsfähigkeit und der arbeitsbezogenen Emotionen, die in vier Verhaltensmustern
gebündelt wurden:

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